Wappen der Gemeinde Cappel
Arp Schnitger Orgel Cappel
Informationen
Startseite Cappel, im Februar 2011

"Große Musiker an berühmter Orgel"

Cappel. „Der Orgel geht es gut." Das konnte die Vorsitzende des Fördervereins der Arp-Schnitger-Orgel in Cappel, Brigitte Siats, während der Hauptversammlung mitteilen. Nur ein sogenannter „Heuler" hätte sich in die Pfeifen eingeschlichen und musste im vergangenen Jahr repariert werden.

Das wichtigste Ereignis sei für alle das Musikfest Bremen gewesen, das mit einem Konzert an der Arp-Schnitger-Orgel in Cappel zu Gast war, berichtete Siats. Zwei weltweit bekannte Organisten bestritten das rund zweistündige Programm. Auch ein Teil des Wettbewerbs junger Nachwuchsorganisten im Rahmen des Musikfestes fand an der Cappeler Orgel statt.

Der Kreis, der die Orgelvorführungen im Sommer begleitet, soll in diesem Jahr vergrößert werden. Dabei wären keinesfalls Orgel- oder Musikkenntnisse erforderlich, erläuterte Kirchenvorstandsmitglied Almut Harrs.
Vielmehr ist es nur wichtig, einfach für die Gäste der Kirche da zu sein. „Es wäre schön, wenn einige Bürger Interesse hätten und sich bei uns melden würden", appellierte Harrs.

„Bei den wöchentlichen Orgelvorführungen in der Urlaubssaison ergeben sich immer gute Gespräche mit den Gästen", so die stellvertretende Kirchenvorsteherin.

Geplant ist auch, das Kirchenarchiv wieder nach Cappel zurückzuholen. Zurzeit stehen die Unterlagen und Kirchenbücher im Gemeindekeller in Spieka. Im Cappeler Organistenhaus soll jetzt ein Raum dafür eingerichtet und mit Schreibtisch sowie Computer ausgestattet werden. Dann könnten auch Musikstudenten dort arbeiten, betonte Siats.

Im Kopf hat der Förderverein auch bereits das 200-jährige Bestehen der Arp-Schnitger-Orgel in Cappel. Um dafür gerüstet zu sein, soll demnächst schon eine umfangreiche Broschüre über das Instrument und die Cappler Kirche erstellt werden.
Und immer noch wird ein Bild des Orgelbauers gesucht. Bisher ist es dem Förderverein nicht gelungen, ein Gemälde oder eine Zeichnung mit dem Abbild des großen Orgelbaumeisters aus Golzwarden ausfindig zu machen. „Das wäre schon toll, wenn wir bis zum Jubiläum ein Bild des Erbauers hätten", meinte Pastor Martin Lenzer.

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Gemeindefest statt. Am Sonntag, 26. Juni, wird Professor Harald Vogel den Cappeler Bürgern die Orgel auf ganz spezielle Weise vorstellen.

Das nächste große Konzert ist am Samstag, 21. Mai, 16 Uhr. Mark Edwards (Kanada) spielt als Gewinner des Stipendiums beim Orgelwettbewerb 2010, von der NORDSEE-ZEITUNG gesponsert.

Ein weiteres Konzert ist für Sonntag, 28. August, 20 Uhr, geplant. Hier steht der Organist noch nicht fest. Musik zum Advent spielt am Sonnabend, 10. Dezember, 16 Uhr, Professor Harald Vogel (Bremen). (ul)


Cappel, im Januar 2011

"Papp-Schatulle mit Geheimnis"

Cappel. Da staunten Kirchenvorstand, Orgel-Förderverein und Pastor nicht schlecht. Im ausgelagerten Kirchenarchiv der Gemeinde Cappel fand jetzt der stellvertretende Leiter des Landeskirchlichen Archivs in Hannover, Matthias Wojte, die Originalunterlagen des Kaufvorgangs der Arp-Schnitger-Orgel von vor fast 200 Jahren wieder. Geholfen hat dabei sein „Findebuch", in dem alle wichtigen Dokumente der Kirchengemeinden verzeichnet sind. Von Beate Ulich

„Ich dachte, ich sehe nicht richtig", berichtet Cappels stellvertretende Kirchenvorsteherin, Almut Harrs, noch immer ganz aufgeregt. Eigentlich wäre der Archivar nur nach Spieka gekommen, um den Umzug des Cappeler Kirchenarchivs zurück nach Cappel vorzubereiten. „Ich fragte ihn, ob wohl noch Originale aus der Zeit des Orgelkaufs zwischen den Papieren sein könnten", so Harrs. „Da zog er ganz zielsicher einen der grauen Kartons aus dem Regal und sagte mir, dass darin die Unterlagen sein müssten", wundert sie sich noch immer.

Schriftstücke in Sütterlin

Und wirklich: In der unscheinbaren Papp-Schatulle finden sich vergilbte Blätter mit gestochen scharfen Buchstaben in Sütterlinschrift. Mehrere Schriftstücke rund um den Verkauf der Orgel schlummerten hier jahrzehntelang im Archiv.

Die Zahlen weisen auf das Alter hin: 1816 - das war das Jahr des Ankaufs der Orgel. Kaum zu glauben, alle Daten und Fakten sind auch nach fast 200 Jahren vollständig und gut erhalten.

Im Mai 1815 war nach dem großen Brand mit dem Wiederaufbau der Cappeler Kirche begonnen worden. Was jetzt noch fehlte, war eine Orgel. Wo sollte die Gemeinde in Kriegszeiten aber die gewaltige Summe von 1000 Talern hernehmen, um eine neue Orgel bauen zu lassen?

Da schrieb der Orgelbauer Wilhelmi aus Stade seinem Freund, dem Cappeler Organisten Gehlken, dass die Orgel der St. Johannis-Klosterkirche in Hamburg zum Verkauf stünde. Marschall Prinz Eckmühl, vom französischen Kaiser Napoleon zum Gouverneur des hanseatischen Departements gemacht, hatte die Klosterkirche zu einem Magazin umfunktioniert und die Orgel kurzerhand herausgeschmissen.

Eine Orgel für 600 Taler

Große Bedenken herrschte erst einmal bei den Cappeler Kirchenältesten, so kann man es in den alten Manuskripten lesen. Eine gebrauchte und so „degradierte" Orgel wollte man eigentlich nicht. Doch die Vernunft siegte und das Instrument des Orgelbauers Arp Schnitger ging für 600 Taler nach Cappel.

Organist Gehlken schrieb sogar noch folgenden Empfehlungsbrief: „So versichere ich auf meiner Ehre, dass ich bereit bin, lieber 50 Taler aus meiner Tasche dazuzulegen, als noch länger ohne Orgel zu sein". Diese Worte regten die vermögenden Bauern der Gemeinde an.

Eine detaillierte Liste der damaligen Spender ist unter den Dokumenten. Im Sommer 1816 stand die Finanzierung, die Orgel konnte in Einzelteilen in Ritzebüttel abgeholt werden, dorthin war sie per Schiff von Hamburg transportiert worden. Welchen Schatz Cappel da aus Hamburg bekam, wusste sicherlich damals keiner der Beteiligten.

In den Verhandlungsschreiben wird nämlich mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass es sich um ein Instrument vom berühmten Orgelbauer Arp Schnitger handelte. Orgelbauer Wilhelmi aus Stade installierte schließlich das kostbare Stück in der Cappeler Kirche und der Padingbütteler Organist Oelrich bestätigte laut Attest vom 21. Dezember 1816 „sie sei correct, dauerhaft und schön zusammengesetzt". Und dann kam der große Tag für die Gemeinde. Weihnachten 1816 tönte die kostbare Arp-Schnitger-Orgel zum ersten Mal beim Gottesdienst.



Cappel, im Oktober 2009


„Alte Orgel mit frischem Wind"

Sehr verehrte Freunde der Cappeler Orgel,

mit großer Freude können wir Ihnen von einer sehr erfolgreichen Reparatur der Bälge an unserer Orgel berichten. Seit Mitte September erklingt das alte Instrument ohne laute Nebengeräusche fast wie „neu".
Die Orgelbaufirma von Beckerath in Hamburg war schon 1976/77 für eine hervorragende Wiederherstellung der Orgel verantwortlich und so legte der Kirchenvorstand diese Balgreparatur ebenfalls wieder vertrauensvoll in deren Hände. Das Ergebnis hat die Prüfungskommission der Orgelsachverständigen von der Qualität der Arbeit sehr überzeugt.
Die Kosten in Höhe von 30.000,- Euro konnten über den Orgelförderverein abgedeckt werden.
Am 13. September wurde die Orgel im Rahmen eines Gemeindefestes für Jung und Alt - von Mozart bis Pippi Langstrumpf - wieder in Betrieb genommen. Gisjbert Lekkerkerker war zu Gast und unterhielt die zahlreich erschienene Gemeinde mit einem bunten Strauß populärer Orgelmusik.



Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Der Kirchenvorstand der ev.-luth. Kirchengemeinde Cappel
St. Peter und Paul Kirche
Geschichte der Orgel
Arp - Schnitger
Informationen
Pfarramt
E-Mail
Kontakt
Gästebuch
Links
Impressum
Archiv
Weitere Veranstaltungen
© Förderverein Arp-Schnitger-Orgel-Cappel / 2006 - 2010